Reifenkennzeichnungen

Reifenkennzeichnungen

Erklärung der Symbole auf Reifen

Reifen sind mehr als nur ein Verbindungselement zwischen deinem Fahrzeug und der Straße – sie tragen maßgeblich zur Sicherheit und Fahrdynamik bei. Doch beim Blick auf die Reifenwand wird schnell klar: Es gibt zahlreiche Kennzeichnungen, die auf den ersten Blick verwirrend wirken können. Was bedeuten Begriffe wie „205/55 R16“, „Geschwindigkeitsindex H“ oder „DOT-Nummer“ eigentlich? In unserem umfassenden Glossar erklären wir dir verständlich und übersichtlich, wie du die wichtigsten Reifenkennzeichnungen richtig liest und interpretierst. So findest du ganz leicht den passenden Reifen für dein Fahrzeug und bist sicher unterwegs.

3PMSF

Das Alpine-Symbol, auch 3PMSF (Three Peak Mountain Snow Flake) genannt, zeigt einen Berg mit drei Gipfeln und einer Schneeflocke. Es wird auf der Seitenwand von Reifen abgebildet, die in standardisierten Tests nachweislich gute Wintereigenschaften erzielt haben. Im Gegensatz zur älteren M+S-Kennzeichnung ist das Alpine-Symbol an strenge Prüfkriterien gebunden – der Reifen muss auf Schnee eine um mindestens 7 % bessere Bremsleistung vorweisen als ein Referenzreifen.

Seit dem 1. Oktober 2024 gilt in Deutschland: Nur Reifen mit dem Alpine-Symbol erfüllen die gesetzliche Winterreifenpflicht nach § 36 StVZO. Reifen mit ausschließlicher M+S-Kennzeichnung sind nicht mehr ausreichend. Das Symbol findest du auf Winterreifen und den meisten Ganzjahresreifen.

AO

Die Kennzeichnung AO steht für Audi Original. Reifen mit diesem Kürzel wurden speziell für Audi-Fahrzeuge entwickelt und hinsichtlich Fahrverhalten, Rollwiderstand und Geräusch auf die Anforderungen von Audi abgestimmt. AO-Reifen lassen sich auch an Fahrzeugen anderer Marken montieren, sofern die Reifendimension übereinstimmt.

Asymmetrische Reifen (Inside/Outside)

Asymmetrische Reifen haben ein Profil, das auf der Innen- und Außenseite unterschiedlich gestaltet ist. Die Außenseite ist für Kurvenstabilität und trockene Fahrbahnen optimiert, die Innenseite für Wasserableitung und Nassgrip. Auf der Reifenflanke ist die korrekte Einbaulage mit „Inside" (zur Fahrzeugmitte) und „Outside" (nach außen sichtbar) markiert.

Vorteile: Asymmetrische Reifen bieten einen guten Kompromiss aus Handling bei Trockenheit und Sicherheit bei Nässe. Im Gegensatz zu laufrichtungsgebundenen Reifen können sie beliebig zwischen links und rechts gewechselt werden – die Outside-Seite muss lediglich immer nach außen zeigen. Achtung: Eine falsche Montage (Inside nach außen) beeinträchtigt das Fahrverhalten erheblich und ist nicht zulässig.

BMW (Sternmarkierung ★)

Reifen mit der BMW-Sternmarkierung (★) wurden in Zusammenarbeit mit BMW entwickelt und erfüllen die spezifischen Anforderungen des Herstellers an Handling, Komfort und Sicherheit. Diese Reifen sind auf die Fahrwerkstechnik und Fahrdynamik von BMW-Fahrzeugen optimiert, können aber auch an anderen Fahrzeugen mit passender Reifengröße verwendet werden.

C (Commercial)

Der Buchstabe C in der Reifenbezeichnung (z. B. 215/65 R16C) steht für Commercial und kennzeichnet Reifen für Transporter, Lieferwagen und leichte Nutzfahrzeuge. C-Reifen besitzen eine verstärkte Karkasse und sind für deutlich höhere Traglasten ausgelegt als PKW-Reifen derselben Dimension. Der Tragfähigkeitsindex wird häufig als Doppelwert angegeben (z. B. 104/102), wobei der erste Wert für Einzelbereifung und der zweite für Zwillingsbereifung gilt.

Wichtig: An Transportern und Wohnmobilen dürfen ausschließlich C-Reifen montiert werden, wenn dies in den Fahrzeugpapieren vorgeschrieben ist. PKW-Reifen ohne C-Kennzeichnung sind nicht zulässig, da sie die erforderliche Tragfähigkeit nicht erreichen.

ContiSeal / Seal

Reifen mit der Kennzeichnung ContiSeal (Continental) oder Seal (verschiedene Hersteller) verfügen über eine selbstdichtende Schicht auf der Reifeninnenseite. Diese klebrige Dichtmasse verschließt Einstiche durch Nägel, Schrauben oder ähnliche Fremdkörper mit einem Durchmesser von bis zu ca. 5 mm automatisch – oft ohne dass der Fahrer den Schaden überhaupt bemerkt.

Seal-Reifen sind eine praktische Alternative zu Runflat-Reifen: Sie bieten zusätzliche Pannensicherheit, ohne die bei Runflat-Reifen typischen Komforteinbußen durch verstärkte Seitenwände. Die Seal-Technologie ist vor allem bei Fahrzeugen ohne Reserverad beliebt.

DOT-Nummer

Die DOT-Nummer (Department of Transportation) ist eine auf der Reifenflanke eingeprägte Kennzeichnung, die unter anderem das Produktionsdatum des Reifens angibt. Besonders relevant sind die letzten vier Ziffern: Die ersten beiden stehen für die Kalenderwoche, die letzten beiden für das Produktionsjahr. Beispiel: DOT … 2024 bedeutet, der Reifen wurde in der 20. Kalenderwoche des Jahres 2024 hergestellt.

Neben dem Herstellungsdatum enthält die DOT-Nummer Informationen über den Produktionsstandort und die Reifengröße. Das Reifenalter spielt eine wichtige Rolle für die Sicherheit: Fachleute empfehlen, Reifen spätestens nach 8 bis 10 Jahren auszutauschen – auch wenn das Profil noch ausreichend ist. Die Gummimischung verhärtet mit der Zeit und verliert an Haftung. Beim Kauf neuer Reifen solltest du daher stets auf ein möglichst aktuelles DOT-Datum achten.

E-Kennzeichnung (ECE-Prüfzeichen)

Die E-Kennzeichnung (auch ECE-Prüfzeichen) auf der Reifenflanke bestätigt, dass der Reifen die Mindestanforderungen der ECE-Regelung Nr. 30 (für PKW-Reifen) der Vereinten Nationen erfüllt. Sie ist in Europa gesetzlich vorgeschrieben – ohne E-Prüfzeichen darf ein Reifen nicht im öffentlichen Straßenverkehr verwendet werden.

Die Kennzeichnung besteht aus einem „E" oder „e" in einem Kreis, gefolgt von einer Länderkennzahl (z. B. E4 = Niederlande, E1 = Deutschland) und einer Genehmigungsnummer. Das Prüfzeichen belegt, dass der Reifen hinsichtlich Tragfähigkeit, Geschwindigkeitsverhalten, Aquaplaning und Abrieb geprüft wurde.

EU-Reifenlabel

Das EU-Reifenlabel ist seit dem 1. Mai 2021 (Verordnung EU 2020/740) für alle in der EU verkauften PKW-, LKW- und Busreifen Pflicht. Es informiert Verbraucher auf einen Blick über drei zentrale Leistungswerte:

  • Kraftstoffeffizienz (Klasse A bis E) – je besser die Klasse, desto geringer der Rollwiderstand und damit der Spritverbrauch. Der Unterschied zwischen A und E kann bis zu 0,5 Liter pro 100 km betragen.
  • Nasshaftung (Klasse A bis E) – bewertet die Bremsleistung auf nasser Fahrbahn. Zwischen Klasse A und E können bis zu 18 Meter Bremsweg Unterschied bei 80 km/h liegen.
  • Externes Rollgeräusch (Klasse A bis C + Dezibel-Angabe) – gibt die Geräuschemission des Reifens beim Abrollen an.

Seit 2021 enthält das Label zusätzlich Piktogramme für Schneegrip (3PMSF) und Eisgrip sowie einen QR-Code, der zur EU-Produktdatenbank (EPREL) führt.

FR (Felgenrippe)

Das Kürzel FR steht für Felgenrippe (auch Felgenschutzleiste). Dabei handelt es sich um einen umlaufenden Gummiwulst an der Reifenflanke, der die Felge vor Beschädigungen durch Bordsteinkontakt schützt. Besonders bei hochwertigen Leichtmetallfelgen ist diese Eigenschaft sinnvoll, da Bordsteinschäden die Optik und den Wert der Felge beeinträchtigen. Je nach Hersteller wird die Felgenschutzleiste unterschiedlich abgekürzt: FR, FL, FP, FSL, MFS, ML oder RPB – die Funktion ist jeweils identisch.

Geschwindigkeitsindex

Der Geschwindigkeitsindex (auch Speed-Index oder SI) gibt die maximal zulässige Geschwindigkeit an, für die ein Reifen konstruiert und freigegeben ist. Der Index wird als Buchstabe auf der Reifenflanke angegeben und steht direkt hinter dem Tragfähigkeitsindex, etwa 205/55 R16 91V.

Übersicht der gängigsten Geschwindigkeitsindizes:

  • Q – bis 160 km/h (Winterreifen, Geländefahrzeuge)
  • T – bis 190 km/h (Kompaktwagen, Mittelklasse)
  • H – bis 210 km/h (Mittelklasse, obere Mittelklasse)
  • V – bis 240 km/h (Sportlimousinen, leistungsstarke Fahrzeuge)
  • W – bis 270 km/h (Sportwagen, High-Performance)
  • Y – bis 300 km/h (Supersportwagen)

Wichtig: Laut StVZO darf kein Reifen mit einem niedrigeren Geschwindigkeitsindex montiert werden, als in den Fahrzeugpapieren eingetragen ist – mit Ausnahme von M+S-Reifen im Winter, sofern ein entsprechender Geschwindigkeitsaufkleber im Sichtfeld des Fahrers angebracht wird.

J (Jaguar)

Die Kennzeichnung J steht für Reifen, die speziell für Jaguar-Fahrzeuge entwickelt wurden. Sie sind auf die Fahrwerkseigenschaften und Leistungsanforderungen von Jaguar abgestimmt. J-Reifen können auch an anderen Fahrzeugen mit passender Dimension montiert werden.

Laufrichtungsbindung

Reifen mit Laufrichtungsbindung (auch Richtungsreifen oder „directional tyres") besitzen ein V- oder pfeilförmiges Profil, das nur in einer bestimmten Drehrichtung optimal funktioniert. Diese Reifen sind auf der Seitenwand mit einem Pfeil und dem Wort „Rotation" (oder „Direction") gekennzeichnet, der die korrekte Laufrichtung angibt.

Vorteile: Laufrichtungsgebundene Profile leiten Wasser besonders effektiv ab und bieten daher einen hervorragenden Aquaplaning-Schutz. Zudem sorgen sie für gute Traktion auf Schnee. Wichtig bei der Montage: Wird ein Richtungsreifen falsch herum montiert, verschlechtern sich Wasserableitung und Fahrverhalten erheblich. Beim Reifenwechsel können laufrichtungsgebundene Reifen nur achsweise (vorne-hinten) getauscht werden, nicht seitenweise.

M+S (Mud and Snow)

Die Abkürzung M+S steht für Mud and Snow (Matsch und Schnee). Reifen mit dieser Kennzeichnung verfügen über ein Profil, das für moderate winterliche Straßenverhältnisse wie Matsch, leichten Schnee und niedrige Temperaturen ausgelegt ist. Die M+S-Kennzeichnung ist nicht gesetzlich geschützt – das heißt, der Hersteller kann diese Markierung ohne standardisierte Prüfung vergeben. Daher ist das M+S-Symbol allein kein verlässliches Qualitätsmerkmal für Winterreifen.

Seit 2018 gilt in Deutschland: Für die gesetzliche Winterreifenpflicht werden nur noch Reifen anerkannt, die zusätzlich das Alpine-Symbol (3PMSF) tragen. Reifen, die ausschließlich M+S gekennzeichnet sind, gelten nicht mehr als wintertauglich im Sinne der StVO.

MO

Die Kennzeichnung MO steht für Mercedes Original. Reifen mit diesem Kürzel wurden speziell für Fahrzeuge von Mercedes-Benz entwickelt und auf deren Fahrwerksanforderungen abgestimmt. MO-Reifen lassen sich auch an Fahrzeugen anderer Marken montieren, sofern die Reifendimension übereinstimmt.

MOE

Die Kennzeichnung MOE steht für Mercedes Original Extended. Wie MO-Reifen wurden sie speziell für Mercedes-Benz-Fahrzeuge entwickelt – besitzen aber zusätzlich Notlaufeigenschaften (Runflat). Bei einem Druckverlust kann mit MOE-Reifen noch eine begrenzte Strecke (typisch ca. 80 km bei max. 80 km/h) weitergefahren werden, um eine Werkstatt zu erreichen.

N0

Die Kennzeichnung N0 steht für die erste Generation von Reifen, die speziell für Porsche entwickelt wurden. Diese Reifen sind exakt auf die hohen Anforderungen von Porsche-Fahrzeugen hinsichtlich Handling, Bremsverhalten und Hochgeschwindigkeitsstabilität abgestimmt. Die Montage an Fahrzeugen anderer Marken mit passender Dimension ist möglich. Neben N0 gibt es weitere Porsche-Kennungen: N1, N2, N3, N4, N5 – die Zahl bezeichnet die jeweilige Entwicklungsgeneration.

N1

Kennzeichnung für die zweite Entwicklungsgeneration von Porsche-spezifischen Reifen. Siehe auch N0 für eine ausführliche Erklärung der Porsche-Kennzeichnungen.

N2

Kennzeichnung für die dritte Entwicklungsgeneration von Porsche-spezifischen Reifen. Siehe auch N0 für eine ausführliche Erklärung der Porsche-Kennzeichnungen.

OE

OE steht für Original Equipment (Erstausrüstung). Reifen mit dieser Kennzeichnung wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Fahrzeughersteller entwickelt und erfüllen dessen spezifische Anforderungen an Fahrverhalten, Rollwiderstand und Geräuschniveau. OE-Reifen sind exakt auf die Fahrwerkseigenschaften eines bestimmten Fahrzeugmodells abgestimmt. Du kannst OE-Reifen auch auf anderen Fahrzeugen derselben Größe montieren – sie sind jedoch gezielt für das jeweilige Modell optimiert.

RDKS (Reifendruckkontrollsystem)

Das RDKS (auch TPMS – Tyre Pressure Monitoring System) ist ein elektronisches Überwachungssystem, das den Reifendruck während der Fahrt kontinuierlich kontrolliert. Seit dem 1. November 2014 ist ein RDKS für alle Neuwagen in der EU gesetzlich vorgeschrieben. Es gibt zwei Systeme:

  • Direktes RDKS – Drucksensoren im Reifeninneren messen den tatsächlichen Luftdruck und übertragen die Daten per Funk ans Steuergerät. Vorteil: Präzise Druckangaben in Echtzeit. Nachteil: Sensoren müssen bei Reifenwechsel gewartet/neu angelernt werden.
  • Indirektes RDKS – Nutzt die ABS-Sensoren und erkennt Druckverlust anhand veränderter Raddrehzahlen. Vorteil: Keine zusätzlichen Sensoren nötig. Nachteil: Erkennt nur relative Veränderungen und muss nach jedem Reifenwechsel neu kalibriert werden.

Ein korrekt funktionierendes RDKS ist nicht nur sicherheitsrelevant, sondern auch TÜV-relevant – ein defektes System führt zum Nichtbestehen der Hauptuntersuchung.

Reifendimension (z. B. 205/55 R16)

Die Reifendimension ist die wichtigste Kennzeichnung auf jedem Reifen und beschreibt seine Größe. Sie ist auf der Seitenwand aufgedruckt, z. B. als 205/55 R16 91V. Die einzelnen Werte bedeuten:

  • 205 – Reifenbreite in Millimetern
  • 55 – Querschnittsverhältnis (Verhältnis von Flankenhöhe zu Reifenbreite in Prozent). Bei 205/55 beträgt die Flankenhöhe also 55 % von 205 mm ≈ 113 mm
  • R – Radialbauweise (heute Standard bei PKW-Reifen). Die Karkassfäden verlaufen radial, also quer zur Laufrichtung
  • 16 – Felgendurchmesser in Zoll
  • 91 – Tragfähigkeitsindex (maximale Last pro Reifen)
  • V – Geschwindigkeitsindex (maximal zulässige Geschwindigkeit)

Die zulässigen Reifendimensionen für dein Fahrzeug findest du in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) unter den Feldern 15.1 und 15.2 sowie im CoC-Dokument (Certificate of Conformity).

Reifendruck

Der Reifendruck gibt an, mit wie viel Luft (gemessen in bar) ein Reifen befüllt sein sollte. Der korrekte Reifendruck ist entscheidend für Sicherheit, Fahrverhalten, Reifenverschleiß und Kraftstoffverbrauch. Die vom Fahrzeughersteller empfohlenen Werte findest du am Türholm (B-Säule), im Tankdeckel oder im Fahrzeughandbuch.

Folgen von falschem Reifendruck:

  • Zu wenig Druck: Erhöhter Verschleiß an den Reifenrändern, höherer Rollwiderstand (mehr Spritverbrauch), schlechteres Handling und erhöhte Reifentemperatur – im Extremfall kann der Reifen platzen.
  • Zu viel Druck: Verstärkter Verschleiß in der Laufflächenmitte, härteres Abrollverhalten, weniger Grip und längerer Bremsweg.

Kontrolliere den Reifendruck mindestens einmal im Monat und immer vor längeren Fahrten – am besten bei kalten Reifen (Fahrzeug stand mindestens 2 Stunden). Ein um 0,5 bar zu niedriger Druck erhöht den Kraftstoffverbrauch bereits um ca. 5 %.

RF (Reinforced)

Die Kennzeichnung RF steht für Reinforced (verstärkt) und ist weitgehend identisch mit der XL-Kennzeichnung. RF-Reifen besitzen eine verstärkte Karkasse, die eine um 3 bis 5 Stufen höhere Tragfähigkeit gegenüber Standardreifen derselben Größe ermöglicht. Diese Reifen werden häufig an Fahrzeugen eingesetzt, die ein hohes Leergewicht haben oder stark beladen werden – etwa SUVs, Transporter oder Elektrofahrzeuge. Ein korrekt eingestellter, leicht erhöhter Reifendruck ist bei RF-Reifen wichtig, um die volle Tragfähigkeit zu gewährleisten.

RFT (Run Flat Tyre)

RFT steht für Run Flat Tyre und ist die Notlaufreifen-Kennzeichnung des Herstellers Bridgestone. Dank verstärkter Seitenwände kann der Reifen bei komplettem Druckverlust noch ca. 80 km mit maximal 80 km/h weitergefahren werden. So erreichst du sicher die nächste Werkstatt, ohne am Straßenrand das Rad wechseln zu müssen. Voraussetzung für Runflat-Reifen ist ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) im Fahrzeug, das den Druckverlust meldet.

RO1

Die Kennzeichnung RO1 steht für Reifen, die speziell für Audi Quattro bzw. sportliche Audi-Modelle (z. B. RS-Baureihen) entwickelt wurden. Sie sind auf die besonderen Anforderungen des Quattro-Allradantriebs und die hohe Motorleistung dieser Fahrzeuge optimiert. RO1-Reifen können auch an anderen Fahrzeugen mit passender Dimension montiert werden.

ROF (Run On Flat)

ROF steht für Run On Flat und ist die Notlaufreifen-Kennzeichnung des Herstellers Dunlop. Das Funktionsprinzip ist identisch zu anderen Runflat-Systemen: Verstärkte Seitenwände tragen das Fahrzeuggewicht auch bei komplettem Luftdruckverlust und ermöglichen die Weiterfahrt über eine begrenzte Strecke (typisch ca. 80 km bei max. 80 km/h). Ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ist für den Einsatz von ROF-Reifen zwingend erforderlich.

S1

Die Kennzeichnung S1 steht für Reifen, die speziell für Peugeot-Fahrzeuge entwickelt wurden. Sie sind auf die Fahrwerkseigenschaften und Komfortanforderungen von Peugeot abgestimmt. S1-Reifen lassen sich auch an Fahrzeugen anderer Marken mit passender Reifendimension montieren.

SSR (Self Supporting Runflat)

SSR steht für Self Supporting Runflat und ist die Notlaufreifen-Kennzeichnung des Herstellers Continental. Wie bei anderen Runflat-Systemen ermöglichen verstärkte Seitenwände bei komplettem Druckverlust die Weiterfahrt über eine begrenzte Strecke – typisch ca. 80 km bei maximal 80 km/h. So erreichst du sicher die nächste Werkstatt, ohne einen Radwechsel am Straßenrand vornehmen zu müssen. Ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) im Fahrzeug ist Voraussetzung für den Einsatz von SSR-Reifen.

TL (Tubeless)

TL steht für Tubeless und kennzeichnet einen schlauchlosen Reifen. Nahezu alle modernen PKW-Reifen sind schlauchlos – der Reifen dichtet direkt auf der Felge ab, ohne dass ein separater Schlauch nötig ist. Vorteile gegenüber Schlauchreifen: Bei einem Nagel oder kleinen Fremdkörper verliert ein Tubeless-Reifen die Luft deutlich langsamer, was das Unfallrisiko reduziert. Zudem entwickelt sich weniger Hitze, da kein Schlauch Reibungswärme erzeugt.

Tragfähigkeitsindex (Load Index)

Der Tragfähigkeitsindex (auch Lastindex oder Load Index, abgekürzt LI) gibt die maximale Tragfähigkeit eines Reifens bei vorgeschriebenem Reifendruck an. Er wird als Zahlenwert in der Reifenbezeichnung angegeben – z. B. steht die 91 in 205/55 R16 91V für maximal 615 kg pro Reifen.

Übersicht gängiger Tragfähigkeitsindizes:

  • 75 – 387 kg
  • 82 – 475 kg
  • 87 – 545 kg
  • 91 – 615 kg
  • 95 – 690 kg
  • 100 – 800 kg
  • 106 – 950 kg
  • 110 – 1060 kg

Wichtig: Der montierte Reifen darf niemals einen niedrigeren Tragfähigkeitsindex haben, als in den Fahrzeugpapieren eingetragen. Ein höherer Index ist dagegen erlaubt und bei schweren Fahrzeugen (SUVs, E-Autos) empfehlenswert.

TWI (Tread Wear Indicator)

TWI steht für Tread Wear Indicator (Verschleißanzeige). Dabei handelt es sich um kleine Erhebungen (Stege) in den Profilrillen des Reifens, die sich auf einer Höhe von 1,6 mm befinden – der gesetzlichen Mindestprofiltiefe in der EU. Ist das Reifenprofil bis auf die Höhe der TWI-Markierungen abgefahren, muss der Reifen umgehend ersetzt werden.

Die Position der TWI-Stege ist an der Reifenflanke durch kleine Dreiecke, Pfeile oder die Buchstaben „TWI" markiert. Experten empfehlen jedoch, Reifen bereits bei einer Profiltiefe von 3 mm (Sommerreifen) bzw. 4 mm (Winterreifen) zu wechseln, da Brems- und Aquaplaning-Eigenschaften mit abnehmendem Profil deutlich nachlassen.

VOL (Volvo)

Die Kennzeichnung VOL steht für Reifen, die speziell für Volvo-Fahrzeuge entwickelt wurden. Volvo legt bei der Reifenentwicklung besonderen Wert auf niedriges Rollgeräusch, geringen Rollwiderstand und Sicherheit. VOL-Reifen können auch an anderen Fahrzeugen mit passender Dimension montiert werden.

XL (Extra Load)

XL steht für Extra Load und kennzeichnet Reifen mit einer erhöhten Tragfähigkeit. Im Vergleich zu Standardreifen derselben Größe besitzen XL-Reifen eine verstärkte Karkasse und können bei höherem Fülldruck eine um ca. 3–5 Stufen höhere Last tragen. Typisch sind XL-Reifen für schwerere Fahrzeuge wie SUVs, Vans oder E-Autos, die durch ihr Batteriegewicht deutlich schwerer sind als vergleichbare Verbrenner. XL-Reifen benötigen in der Regel einen höheren Reifendruck als Standardreifen – die Angaben findest du im Tankdeckel, in der B-Säule oder im Fahrzeughandbuch.

ZR (Hochgeschwindigkeitsreifen)

Die Kennzeichnung ZR steht in der Reifendimension (z. B. 225/40 ZR18) und weist auf einen Hochgeschwindigkeitsreifen hin, der für Geschwindigkeiten über 240 km/h zugelassen ist. Die ZR-Kennung wurde ursprünglich eingeführt, als es noch keinen separaten Geschwindigkeitsindex für Geschwindigkeiten über 240 km/h gab. Heute wird die ZR-Kennzeichnung zusätzlich zum regulären Geschwindigkeitsindex (W = 270 km/h, Y = 300 km/h) verwendet und signalisiert die besonders robuste Bauweise des Reifens für hohe Dauergeschwindigkeiten.

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